Die neurologische Ergotherapie unterstützt Menschen, deren Alltag durch Erkrankungen oder Verletzungen des Nervensystems eingeschränkt ist. Ob nach einem Schlaganfall, bei Multiple Sklerose oder infolge einer Hirnverletzung – Ziel ist es, verloren gegangene Fähigkeiten zurückzugewinnen, verbliebene Ressourcen zu stärken und die größtmögliche Selbstständigkeit im Alltag wiederherzustellen.
Neurologische Ergotherapie gibt Menschen nach schweren Erkrankungen ein Stück ihres Lebens zurück – Schritt für Schritt, Handlung für Handlung.
Im Mittelpunkt steht die Wiederherstellung motorischer Funktionen – von der groben Arm- und Handbewegung bis hin zur feinen Fingerfertigkeit. Therapeutische Übungen fördern Kraft, Koordination und Geschicklichkeit, damit alltägliche Handlungen wie Anziehen, Essen oder Schreiben wieder möglich werden. Auch die Behandlung von Spastiken, Lähmungen und Gleichgewichtsstörungen gehört zu diesem Bereich.
Neurologische Erkrankungen beeinflussen häufig auch geistige Prozesse. Gedächtnis, Konzentration, Orientierung und Planungsfähigkeit können ebenso betroffen sein wie die Wahrnehmung des eigenen Körpers oder der Umgebung. Ergotherapeutisches Training zielt darauf ab, diese kognitiven Funktionen gezielt zu fördern und Kompensationsstrategien zu entwickeln, die den Alltag erleichtern.
Der wichtigste Maßstab jeder neurologischen Rehabilitation ist der echte Alltag. Ergotherapeuten begleiten Patienten dabei, Alltagssituationen – zu Hause, im Beruf oder im sozialen Umfeld – wieder sicher und selbstbestimmt zu meistern. Hilfsmittelversorgung, Wohnraumanpassung und die Einbeziehung von Angehörigen sind dabei ebenso Teil der Therapie wie das gezielte Üben konkreter Alltagshandlungen.